Molasse - Die Geburt des Nagelfluhs

Die Molasse ist gekennzeichnet durch Wechsellagerungen von harten Felsbänken aus Nagelfluh und weichen Ton- bzw. Mergelschichten. Die Sedimentgesteine sind vor etwa 20 – 28 Millionen Jahren als Ablagerungen der damaligen Alpenflüsse entstanden. In dem ehemals tropischen Klima kam es zu heftigen Sturzfluten, die große Mengen an Kies ins Alpenvorland schwemmten. Von den dadurch gebildeten Schwemmfächern ist der „Hochgratfächer“ der größte in Bayern. Er war etwa 1.000 km² groß. Die Gesteine der Molasse wurden nach ihrer Ablagerung von der Auffaltung der Alpen erfasst, verkippt und in große Höhen gehoben.

Die Flüsse lagerten ihre Sedimentfracht je nach Fließgeschwindigkeit ab. Wenn diese hoch war, blieben vor allem die größeren Steine liegen. Durch das Abscheiden von Kalk im Kluftwasser zwischen den Kieseln und durch den Auflastdruck jüngerer, darüber abgelagerter Schichten wurden die einzelnen Steine im Laufe von Jahrmillionen regelrecht miteinander verklebt. Damals entstanden die Nagelfluhbänke, die heute die großen Felswände und die Berggipfel der Nagelfluhketten aufbauen.

In Stillwasserbereichen, beziehungsweise zu Zeiten als die Fließgeschwindigkeit geringer war, wurde feineres Material abgelagert. Daraus entstanden Ton- und Mergelschichten, die heute die Täler und flacheren Bereiche an den Berghängen bilden und meist landwirtschaftlich genutzt werden.