Von der Natur- zur Kulturlandschaft

Ohne das Zutun des Menschen wäre der Naturpark überwiegend „Waldland“. In der Vergangenheit wurde der Wald vor allem an gut zugänglichen und produktiven Standorten gerodet, um Land für Viehhaltung und Ackerbau zu gewinnen. Aufgrund des schlecht erschließbaren Geländes und der klimatischen Ungunst begann die Rodung im mitteleuropäischen Vergleich relativ spät. Sie wurde im Vorderen Bregenzerwald wohl erst ab 1.000 nach Christus in größerem Umfang durchgeführt.

Über Jahrhunderte wurde das Land vorrangig durch Ackerbau und Viehhaltung bewirtschaftet. Die verschiedenen, extensiven Bewirtschaftungsformen ermöglichten die Grundlage für die heute so vielfältigen Lebensräume, die für verschiedene Tiere und Pflanzen von zentraler Bedeutung sind. Heute ist die Grünlandwirtschaft die bedeutendste Nutzungsform. Dabei sind in den Naturparkgemeinden gemeinsam über 25 000 Kühe registriert.

In den letzten Jahrzehnten fand ein starker Wandel unserer Landschaft statt. Durch die Mechanisierung und Industrialisierung wurden Tallagen intensiviert und ungünstige Standorte oftmals vernachlässigt. Um die landschaftliche Vielfalt im Naturpark zu erhalten, setzt der Naturpark sich für eine nachhaltige Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft ein und unterstützt regionale Erzeugnisse.